Daniela Nadler

Stilfragen – Was Bekleidung kann

Figur-Optimierer richtiger Schnitt

Problemzonen

Große Oberweite

Alles-oben-Mädchen sollten immer ihre Schokoladenseiten zeigen, also Dekolleté und Taille.
Das A und O in der Proportionslehre lautet: Form und Ruhe. Also bei großen Brüsten nicht noch Rüschen am Ausschnitt.
Ein tiefer V-Ausschnitt macht ein schönes Dekolleté und streckt. Kleider und Tops sollten nicht zu hochgeschlossen sein, das wirkt wuchtig. Wickelteile gleichen Proportionen aus, einreihige Blazer strecken optisch, leicht taillierte Blusen mit abgerundeten Saum strecken optimal.

 

 

 

Kleiner Bauch

Hosen mit hohem Taillenbund verstärken nur den Unterbauch, besser einen etwas tiefer geschnittenen Bund (keine Hüfthose) und darüber gerade, locker fallende Tops oder leichten Strick wählen.

Runder Bauch

Alles Schlauchartige presst den Körper ein und lässt „Rettungsringe“ sogar noch dicker aussehen, als sie tatsächlich sind. Ein Rollkragen verstärkt den gedrungenen Eindruck sogar noch. Kleider und Tops sollten nicht zu hochgeschlossen sein, das wirkt wuchtig.
Hosen, die um Taille und Oberschenkel eng geschnitten sind, können die Proportionen ungünstig erscheinen lassen. Sind die Beine aber schlank, kannst du das ruhig betonen. Lenke den Blick einfach durch Accessoires oder Farben auf schlankere Körperpartien.
Ideal sitzen locker fallende Stoffe, legere Schnitte und möglichst auf der Hüfte endende Teile, die den Oberkörper umspielen. Längsstreifen und Längsbetonungen strecken optisch, gesmokte Seitenpartien und Raffungen im Taillenbereich kaschieren, breite Revers und Taillierungen an Jacken überspielen den Bauch und geben Form.
Unis sind vorteilhafter als Muster.

 

Kräftige Schenkel, großer Po

Viele Frauen sind oben sehr zart, aber unten breiter. Weiter geschnittene Hosenbeine umspielen kräftige Oberschenkel, ein hoher Bund streckt die Silhouette. Sehr schmale, enge Jeans können aussortiert werden, viel besser sind gerade geschnittene Hosen oder eine leichte Karottenform, nicht zu hoch und nicht zu niedrig im Bund, mit aufgesetzten Taschen für einen schönen Po, einer kleinen Bügelfalte und langen Beinen, die durch einen spitzen Schuh oder Plateauabsatz verlängert werden. Bundfaltenhosen sollten nur kleine Falten auf die Oberschenkel werfen, sonst tragen sie auf.
Auch Hosen mit leichtem Schlag kommen in Frage, ihr Saum sollte über die Absätze der Schuhe reichen, damit streckt er noch mehr.
Vorteilhaft soll auch die aktuelle 7/8-Länge, weil sie den Fokus auf die schmalste Stelle des Beins lenkt, die Fessel. Voraussetzung ist natürlich, dass die Fessel auch deutlich schmaler ist, als der Rest des Beines! Ich bin da skeptisch, denn die Bücher widersprechen sich da auch – je nach Erscheinungsjahr, genauso wie bei den Schlaghosen.
Ab Taille muss alles fließen: Bei Röcken, Mänteln und Kleidern garantiert das die schmeichelnde A-Linie.
Runde Schuhe, Midi- oder 3/4-Längen machen dicke Beine noch dicker und kürzer.
Sehr enge und sehr kurze Röcke sollten genauso aus dem Kleiderschrank verbannt werden wie Faltenröcke – alle tragen auf.
Flache, sehr spitze oder zu runde Schuhe verleihen, genau wie Highheels mit Knöchelbändern, wenig Eleganz – sie wirken plump.
Lenk den Blick mehr nach oben oder umhülle breite Hüften mit klassischen Blazern, Gehrock oder locker sitzenden Marlene-Hosen.
Schön wirken auch kurze, eng geschnittene Teile, die die Figur im oberen Bereich vorteilhaft betonen zu lose fallenden Unterteilen.
Auch auffällige Accessoires oder Muster, die den Blick nach oben lenken, sind eine gute Idee.
Fließende Empire-Kleider oder Röcke mit hoher Taille wirken schön feminin. Sie sollten nicht zu kurz sein und mindestens eine Handbreit unter dem Knie enden. Nur nicht an den breitesten Stellen, wie Wade oder Knöchel.
Trag oben gerne starke Farben oder Muster, in denen du dich wohlfühlst, unten dezente Töne und Unis.

 

Kleiner Busen

Weiche Wasserfall-Ausschnitte, aufgesetzte Taschen, hochgeschlossene Oberteile und Oberteile aus voluminösen Materialien umschmeicheln und zaubern mehr Volumen, wo keins ist.
Lenk den Blick auf die Schultern: Amerikanischer Armausschnitt und ärmellose Tops können sehr sinnlich wirken.

 

Viel Taille, wenig Taille

Es gilt: Wenn du Taille hast, zeig sie! Ruhig mit längeren Teilen, die Hüfte kaschieren, aber immer Mitte schaffen.
Bei einer geraden Figurform: Verlagere die Taille nach oben unter den Busen, zum Beispiel mit Kleidern im Empire-Schnitt. Denn direkt unter dem Busen ist jede Frau schlank. Pludrige und kastige Oberteile machen formlos, lieber leicht taillierte und Oberteile mit Längsbetonung, modellierender Nahtführung oder tiefem V-Ausschnitt wählen.
Gürtel sind geniale Mogelpackungen und schaffen Taille, wo keine ist, wenn man sie über umspielenden Oberteilen trägt.

Gar keine Kurven

Jede Figur hat Herausforderung und Stärken. Keinen Hintern zu haben, ist manchmal genauso schwierig, wie einen größeren Hintern zu haben. Oder keine Oberweite. Hier helfen ganz einfach BHs und Shapewear mit Push-up-Effekt.
Eine schön feminine Form entsteht auch durch eine kurze taillierte Jacke oder einen Blazer mit schmalem Revers. Die Schulterpartie sollte nicht zu stark betont werden. Dafür wird die Taille zusätzlich durch einen schmalen Gürtel definiert.
Es gibt durchaus Kleider, die Kurven zaubern können. Den Effekt erzielt ein Blickfang in der Taille, unterstützt durch einen Bindegürtel sowie ausgestellte Rockpartie. Gut funktioniert auch ein schmales Top mit schwingenden Rock.
Hosen: Am besten mit Bundfalten und klassisch geradem oder karottigem Beinschnitt, die die Silhouette nach unten schmälern.
Kontrastierende Teile unterbrechen die Flächigkeit. Schön sind weibliche Muster und Details wie Volants und Spitze.

 

Kurze Beine

Alle Hosen, die oberhalb des Knöchels enden lassen die Beine noch kürzer aussehen. Genauso unvorteilhaft sind viel zu eng sitzende Hosen.
Bei Röcken gilt: Ausprobieren. Achte darauf, dass der Rocksaum nicht an der stärksten Stelle der Beine – etwa Knie, Waden oder Knöchel – endet.
Ein hoher Taillenbund „zieht“ die Beine optisch nach oben, Ton-in-Ton-Kombinationen von Kopf bis Fuß strecken insgesamt, Lagenlook mit eher kurzen Oberteilen lenkt von den Beinen ab.
Längsbetonungen am Bein strecken es optisch. Spitze Schuhe verlängern das Bein optisch (aber auch den Fuß).

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